Prolog

Das verzauberte Venedig ist Schauplatz von Filmen, wie Casanova, The Tourist oder James Bond 007: Casino Royale. Sie ist Heimatort der Venedig Biennale, die als eine der wichtigsten internationalen Kunstausstellungen gilt und imponiert neben Berlinale und Cannes bei einem der größten Filmfestivals, dem Venice Film Festival, Millionen Menschenherzen. Venedig ist mehr als eine touristische Lagunenstadt und mehr als ein kulturelles Erbe, denn Venedig ist, als wäre man selbst am Filmset. Anders lässt sich diese unglaubliche Kulisse samt der malerischen Kanäle und bunten Häuser nicht erklären.

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I
Die Ankunft in Venedig

17 Grad Celsius, leichter Wind. Dunkelheit, denn die Sonne ist bereits vor über vier Stunden untergegangen.

Ich bin am Flughafen gelandet, steige in den Bus und fahre in Richtung Innenstadt. Die Fahrt dauert nicht sehr lange, denn schon nach 15 Minuten erreiche ich die Endstation, den Piazzale Roma. Alles ist wie immer. Ich schnappe meinen Koffer, orientiere mich kurz und gehe schnurstracks in Richtung Unterkunft. Als ich auf der Hälfte der Brücke angekommen bin, die mich auf die Halbinsel Venedig führen wird, überblicke ich ein allererstes Mal die vielen Kanäle und das was vor mir liegt. Viele bunte Lichter, schlendernde Menschen, Boote, Gondeln und kleine Restaurants. Alles scheint so wie immer, doch nichts ist tatsächlich so wie immer.
Schnitt.


II
Das B&B nahe der Rialto Brücke

15 Grad Celsius, aber gefühlt wärmer, die Luft ist feucht und leicht salzig. Dunkelheit, nur das Flackern der Straßenbeleuchtung schimmert durch die schmale Gasse.

Etwa eine halbe Stunde brauche ich vom Piazziale Roma bis in die Nähe der Rialto Brücke. Und etwa eine halbe Stunde grüble ich und versuche Venedig zu verstehen. Nachdem ich ein ganzes Stück auf der Strada Nuova unterwegs war, die gesäumt ist mit unzähligen Läden bunter Pasta, Gewürzen, venezianischen Masken, Gelato in diversen köstlichen Varianten, Rosenverkäufern und Restaurants, wechsele ich in eine kleine Nebengasse. Die Gassen haben hier nur noch eine Breite von maximal zwei Metern. Immer schmaler werden sie und spitzen sich zu. Gleich muss ich da sein, denke ich, und gehe über eine kleine Brücke. Sackgasse. Uff. Also kurz zurück und schon stehe ich vor einer dicken hölzernen Eingangspforte. Monica, meine Gastwirtin kommt wenige Minuten später und öffnet die Tür, führt mich über den altertümlichen Innenhof, bis in mein Zimmer des um 1700 erbauten Hauses erreiche. Eine wahnsinnig schöne und verschnörkelte Wohnung hat Monica hier zu einem B&B umgebaut. Die Lage zwischen Rialto Brücke und Scuole Pubbliche Liceo ist nahezu perfekt und verwirklicht die venezianische Idylle dieses Wochenendes.
Schnitt.

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III
Venedig pur

Der nächste Morgen: 18 Grad Celsius und trotz aller Wettervoraussagen kein Regen. Glücklicherweise. Ja sogar ganz selten kitzelt sich die Sonne durch die Wolkendecke. 

Direkt nach dem Frühstück verlasse ich das Zimmer und erkunde Venedig. Nun bemerke ich, was mich am Vorabend verwundern ließ und worin die Besonderheit der Lagunenstadt besteht. Es gibt in Venedig quasi keine unbebaute Fläche. Alle Gehwege sind gepflastert, alle zur Verfügung stehenden Flächen sind seit hunderten von Jahren mit Häusern gesäumt und die Übergänge von Land zu Wasser sind so elegant wie Stefan Raabs Themenüberleitungen – sie existieren nicht. Sand, Kies, Felsen oder Steine? So etwas gibt es hier nicht. Venedig ist meinem Empfinden nach eine geflutete Stadt. Ja, vielleicht sogar die geflutete Stadt Atlantis? Warum hat sie bisher noch niemand enttarnt?

Venedig ist eine Stadt, in der anstelle von Straßen Kanäle sind und in der vermutlich kein Platz mehr für Grünflächen war. Unser Zimmer liegt etwa fünf Meter über einem Kanal. In der Nacht war das einzige Geräusch, das ich vernahm, das Schwappen des Wassers gegen die Hauswand. Da fällt mir ein, es gab noch ein Geräusch: Ein Eindringling im Paradies. Ein einziger Widersacher dieser Idylle agierte, denn eine Mücke hatte sich ihren Weg durch die staubigen Gitterstäbe der Fenster gebahnt und sorgte mit ihrem unaufhörlichen sssssssuur ssssuuuuuur für leichte Aggressionen und juckende Haut. Aber solange das belanglose Auftreten einer Mücke das einzige Negative des dritten Aktes zu sein scheint, so könnt ihr euch gewiss sein, dass Venedig zu empfehlen ist.
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IV
Must dos in Venedigs 

Sonntag Mittag. Die Stadt ist sonnengeflutet. Das Thermometer zeigt über 27 Grad Celsius in der Sonne. Ich sitze im T-Shirt auf einer Terrasse über dem Wasser und trinke Aperol Spritz. 

Im Laufe der Zeit habe ich Abstand vom touristischen Sightseeing genommen. Ein bloßes Abgrasen von Sehenswürdigkeiten, nur, um mal drin/davor/drauf gewesen zu sein kommt mir heute nicht mehr in den Sinn. Zu hektisch wird ein Wochenende, wenn man alle Attraktionen einer solchen Stadt erkunden möchte. Und wenn wir mal ehrlich sind, dann bleiben in der tiefen Erinnerung nur die Eindrücke, die wir vor Ort in aller Ruhe aufgenommen haben. Oder kann sich einer von euch erinnern wann die Sagrada Família in Barcelona oder der Kölner Dom erbaut wurden?

Viel wichtiger ist meiner Meinung nach das Gefühl einer Stadt in sich aufzunehmen und zu erfahren wie die Menschen hier leben, arbeiten, essen und wohnen. Wichtige Fakten zu einer Stadt, werden bei diesem selbstbestimmten Entdecken sicher von ganz alleine im Gedächtnis bleiben. Ich beispielsweise werde vermutlich nie mehr vergessen, dass Venedig und seine Lagune seit 1987 auf der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes steht, denn die Eindrücke, die ich vor Ort sammelte, werden dieser Ehrung allenfalls gerecht. Weitere Anregungen für ein entschleunigtes Entdecken Venedigs könnt ihr dieser Auflistung von GetYourGuide entnehmen. Wie wäre es mal mit einer Schlemmertour auf den Spuren der venezianischen Genüsse oder einer Weinverkostung? Das sind alles Aktivitäten, die meiner Vorstellung vom sanften Erkunden einer Stadt gerecht werden.
Somit ist das einzige „Must do“, was ich euch heute mitgebe, Venedig selbst zu besuchen.
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Die Reise nach Venedig wurde unterstützt durch GetYourGuide. Ich danke GetYourGuide für diese Möglichkeit. Meine Meinung blieb davon unangetastet und ist meine eigene. 

 

 

 

 

Autor

Ich bin Steven, 28 Jahre alt und der Autor dieses Blogs über Reisen, Natur und Nachhaltigkeit. Schön, dass du hier bist. Projektvorschläge, interessante Themen oder Kritik nutze gerne die Kommentarfunktion oder verbinde dich mit mir auf Facebook oder Twitter.

8 Kommentare

  1. Hallo Steven,

    wunderschön stimmungsvolle Bilder aus Venedig.

    Mir persönlich hat Venedig am besten im frühen Winter gefallen – kalt, strahlend blauer Himmel, kaum Touristen unterwegs. Und wenn man sich ein wenig von den „Must Sees“ entfernt hat, fast menschenleer und wirklich mystisch.

    Sehr gut gefallen haben mir auch Ausflüge nach Burano mit seinen bunten Fischerhäusern und Murano, was in manchen Teilen noch sehr idyllisch ist.

    Viele Grüße

    Daniela

    • Steven Antworte

      Hi Daniela,
      also bist du auch eher jemand, der nicht jedes „Must see“ abgrasen muss? Finde ich sehr gut! Auf Murano waren wir auch. Ganz nett.
      Viele Grüße,
      Steven

      • Hallo Steven,
        einige „Must Sees“ schaue ich mir natürlich an, weil es ja Gründe gibt, warum sie so bekannt sind. Aber dann versuche ich auch immer, mir noch meine eigenen „Must Sees“ zu schaffen und mir eine Stadt/ eine Region selber zu erkunden. Die Eindrücke, die vom bereits Bekannten abweichen, sind m.E. nach immer die, die auch lange bleiben.

        Viele Grüße

        Daniela

  2. Venedig ist fabelhaft, leidewr nur nicht für Singles, denn irgendwie scheinen überall knutschende Pärchen zu stehen ;)

    LG, Carla

    • Steven Antworte

      Ja, ich hörte von ganz vielen: „Ach du fährst in die Stadt der Liebe?“
      Ich persönlich hatte eher Paris für die Stadt der Pärchen gehalten. In Venedig ging es meiner Meinung nach. Wann warst du da?

  3. Wir waren diesen Sommer auch in Venedig. Meine Kinder waren von den Wasserbussen hellauf begeistert. Mir waren die Touristenmassen jedoch eindeutig zu viel. Das ist der helle Wahnsinn.
    Grundsätzlich ist Venedig eine wunderschöne Stadt, fast unwirklich. Aber im August vielleicht nicht unbedingt zu empfehlen.

    Dafür war ich positiv überrascht, was die Familientauglichkeit anging. Wir hatten ein Apartment in einer ruhigen Gasse abseits des Touristentrubels. Die Kinder konnten dort nach herzenslust auf der Straße spielen und fanden es ganz toll. In der Nähe gab es einen Spielplatz und mit dem Bott fahren ist sowieso unschlagbar :)

    LG Luisa

    • Steven Antworte

      Huhu Luisa, danke für deinen lieben Kommentar.
      Die Unwirklichkeit der Stadt war mein Anlass für die Art des Artikels. Es ist wirklich wie am Filmset. Unglaublich.
      Wir waren absichtlich im November da. Das ist der regenreichste Monat in Venedig und dementsprechend nicht sehr überlaufen. Ich fand es echt okay. =)
      Wann seid ihr dort gewesen?
      Gruß, Steven

  4. Pingback: Funkloch | Nachhaltigkeit und Reisen #1: Über Orcas und Flugflatrates

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