Als wir vom Rafting zurück kamen, hatte ich immer noch ein Grinsen über beide Ohren im Gesicht. Die hektische und unkontrollierte Fahrt von Stromschnelle zu Stromschnelle, die permanente Gefahr ins Wasser zu fallen sowie das sekundenschnelle Füllen des Schlauchbootes mit Wasser nachdem wir einen Felsen gerammt hatten, würde ich so schnell nicht vergessen. Dachte ich. Doch der größere Spaß sollte nach dem reichhaltigen Mittagessen und einer kurzen Verschnaufpause erst folgen.

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Es ging zum Waterfall Abseiling. Bereits während der Fahrt zum Wasserfall rätselte ich über dieses merkwürdige Wort. Es war halb deutsch, halb englisch. Denglisch eben und wirkte auf mich wie auf einem dörflichen Hinterhofspielplatz kreiert. Was wir bei diesem Ausflug tun würden, wusste ich auch nicht so recht. Ich stellte mir vor, dass wir angeleint einen reißen Fluss hinunter kraxeln und uns von Felsen zu Felsen angeln.

Als wir den Ort des Geschehens dann erreichten und uns unser Guide den Wasserfall zeigte, den wir gleich hinunter klettern würden, traute ich meinen Augen nicht. Aufgeregt fragte ich meine Freundin, ob er das ernst meinte. Ich war noch nie geklettert. Wie um Himmels Willen sollte ich einen scheiß Wasserfall hinunter klettern, der mindestens 15 Meter hoch war? In ihrer lässigen Art verklickerte sie mir, dass ich mir nicht gleich ins Hemd machen soll. Sie war schon mal in der Sächsischen Schweiz auf einer Klettertour gewesen und garantierte mir, dass das Abseilen der größte Spaß sei und ganz einfach ist.

Sie sollte, wie so oft, recht behalten. Allerdings hatte sie die gigantischen Wassermassen nicht berücksichtigt, die uns während des Abstiegs in die Tiefe drückten. Das kühle Nass prasste mit einem enormen Druck auf Arme und Beine. Der war so stark, dass es zeitweise schwer fiel das Seil in beiden Händen zu halten und sich gleichzeitig mit den Beinen vom Gestein wegzudrücken. Meine 3€-Taiwan-Raftingschuhe erschwerten zudem den Abstieg. Der Druck des Wassers spülte meine Füße hinaus und ich rutschte mehrmals ab. Zum Glück war immer ein rettender Felsvorsprung in der Nähe, so dass ich mich mit dem anderen Fuß abstützen konnte. Aber eine Pause konnte ich mir an diesen Stellen auch nicht gönnen, denn die ungeheure Last des Wassers lag weiterhin auf meinen Schultern. Also nahm ich allen Mut zusammen und setzte den Abstieg fort. Nach etwa zwei Minuten erreichte ich den Fuß des Wasserfalls. Das Gefühl, dass mich unten erwartete war eine Mischung aus „das ist gerade nochmal gut gegangen“ und ungeheurer Vorfreude auf den nächsten Kletterversuch. Ich zitterte und hatte Gänsehaut. Die weiteren drei Abgänge waren meinem Empfinden nach weniger spannend, aber umso anstrengender, denn jedes Mal wagten wir es tiefer in den Wasserfall hinein.

 

 

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frisch gebloggt am 03. Oktober um 13:59 Uhr deutscher Zeit. Ja genau, deutscher Zeit! Seit ein paar Tagen bin ich wieder in Deutschland, aber das Abenteuer geht zumindest im Blog weiter.

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Autor

Ich bin Steven, 29 Jahre alt und der Autor dieses Blogs Reisen, Nachhaltigkeit und spannende Erlebnisse in der Natur. Schön, dass du hier bist. Für Lob oder Kritik nutze gerne die Kommentarfunktion oder verbinde dich mit mir auf Facebook oder Twitter.

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