Irgendwo in Frankreich kam mir letztes Jahr die Idee mal einen rein elektrischen Roadtrip zu machen. Ich wollte mal etwas neues probieren und testen wie weit ich mit einem Elektroauto kommen würde. Auf Deutschlands Straßen entdeckte ich in der Vergangenheit immer mehr Stromer. Für den städtischen Gebrauch sind sie ideal. Und ab einer hohen Laufleistung lohnt sich auch der hohe Klimaaufwand für die Produktion des Fahrzeugs und der Batterie. Aber mit dem Elektroauto verreisen? Kann man das? Wird das funktionieren?

Eine dreifache Premiere

Nun sitze ich am Fährhafen von Hirtshals im Norden Dänemarks. Gestern bin ich mit meinem Bruder in Berlin gestartet. Über Seehausen (bei Wittenberge), Hamburg, Flensburg, Vejle und Aalborg suchten wir uns einen Weg nach Norden. Dieser Roadtrip ist für mich eine dreifache Premiere. Zum ersten Mal reise ich mit meinem Bruder, zum ersten Mal werde ich Norwegen intensiv kennenlernen und zum ersten Mal bin ich über eine längere Zeit mit einem Elektroauto unterwegs.

928,3 Kilometer legten wir inzwischen zurück und sechs Ladestopps haben wir bisher eingelegt. Die direkte Route hätte laut Google 794 Kilometer betragen. Um die schnellen Ladesäulen zu erreichen, machten wir also kleine Umwege. Google gibt außerdem eine Fahrzeit von 7 Stunden und 28 Minuten vor. Wir benötigten in den letzten beiden Tagen 15 Stunden und 26 Minuten – mehr als das doppelte. Beschwerlich waren vor allem die letzten Kilometer in Dänemark. Ladestationen sind hier etwas rar und nicht barrierefrei. Bei einigen Anbietern, wie etwa Clever SMS, hätten wir uns vorher anmelden müssen. Also setzten wir auf relativ langsame Ladestationen mit langer Ladezeit.

Da wir gestern bereits Dänemark erreichten und heute nur noch 244 Kilometer vor uns hatten, nahmen wir es gelassen. Meine erste Erkenntnis ist also: Eine Reise mit einem Elektroauto braucht Zeit. Wie geht es weiter?

Route durch Norwegen

Die Route durch Norwegen ist bisher nur grob geplant. Wir wollen von Kristiansand über Stavanger nach Bergen. Nördlich von Bergen möchte ich mit der Elektrofähre von Oppedal nach Lavik fahren und 50 Kilometer weiter im Norden meinen Kumpel Timo in Stongfjorden besuchen. Er wohnt dort seit letztem Jahr in einem Haus am Fjord. Und sonst? Der Preikestolen steht auf dem Plan, ggf. auch der Geirangerfjord. Alle weiteren Stopps und Reiseziele entscheiden wir spontan. Hast du noch Tipps? Was liegt ungefähr auf der Route und ist einen Stopp wert?
Mit Zelten, Schlafsäcken, Isomatten, Grill und genug Verpflegung für zwei Wochen sind wir nur von den Ladestationen abhängig und können unsere Pläne spontan umwerfen.

Warum Norwegen?

Elektromobilität hat meiner Meinung nach nur einen Sinn, wenn die Energie für das Fahrzeug sauber ist. Atomstrombetriebene Elektroautos brauchen wir nicht. Daher habe ich mir für diesen Roadtrip ein Land gewählt, dass fast zu einhundert Prozent sauberen Strom produziert. Norwegens Strom stammt aus der Wasserkraft. Durch clevere Pumpspeicherkraftwerke hat man in Norwegen sogar die Möglichkeit die Energie zu speichern. Das Land der Fjorde ist außerdem seit Jahren Vorreiter in der Elektromobilität. Ich will herausfinden warum Elektroautos in Norwegen so erfolgreich sind, welchen Anteil die staatlichen Subventionen hatten und wie groß das Potential ist. Ach ja und nebenbei war ich noch nie in Norwegen unterwegs und kann mir kaum etwas schöneres vorstellen als mit sauberer Energie an den Fjorden entlang zu fahren.

Unterwegs sind wir übrigens mit einem Hyundai IONIQ. Das Auto hat eine Reichweite von etwa 200 bis 250 Kilometer. Wir haben es bei Strominator in Leipzig gemietet. Der IONIQ kostet bei Strominator 30 Euro pro Tag und ab 1.200 Kilometern 25 Cent je Kilometer. An den Kosten beteiligt sich der norwegische Tourismusverband. Mit kostenlosem Laden unterstützt Plugsurfing den elektrischen Roadtrip. Das Unternehmen hat 50.000 Ladestationen unter Vertrag und vereinfacht so den Ladeprozess. Leider befinden sich von den 50.000 Ladestationen nur 16 in Norwegen.

Ab der Überfahrt nach Norwegen übernehme ich den Instagram-Kanal von visitnorway. Während der Reise kannst du dort alle Erlebnisse live verfolgen.

Außerdem berichte ich live und wie gewohnt auf Facebook, Instagram und Twitter mit dem Hashtag #eTripNorway. Schau doch mal rein.

Autor

Ich bin Steven, 28 Jahre alt und der Autor dieses Blogs über Reisen, Natur und Nachhaltigkeit. Schön, dass du hier bist. Projektvorschläge, interessante Themen oder Kritik nutze gerne die Kommentarfunktion oder verbinde dich mit mir auf Facebook oder Twitter.

3 Comments

  1. Pingback: Vom Weltenbummlerdasein zum Haus am Fjord

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