Nachhaltig wirtschaften: Mit diesen 8 Tipps kannst du dein Geld grün anlegen

Profit erwirtschaften und nachhaltige Entwicklung passen irgendwie nicht zusammen, haben wir immer gedacht. Das schließt sich doch bestimmt aus: Fair, langsam und ökologisch arbeiten, aber dennoch Geld verdienen. Denn wenn es so einfach wäre, Nachhaltigkeit im Unternehmen zu fördern, würden es ja alle machen. Aber so ganz stimmt das nicht. Und hier erklären wir euch, wie wir nachhaltig wirtschaften und Geld anlegen können – und sogar müssen. Tatsächlich sind diese Tipps nicht nur weniger umweltschädlich, sie schützen unser Klima sogar aktiv.

 

1. Bewusstsein für nachhaltiges Wirtschaften schaffen

Wie immer lautet die erste Frage, die wir uns stellen müssen natürlich: Wo geht mein Geld eigentlich hin? Und damit sind hier weniger Supermärkte, Urlaube und Kleidung gemeint, als die Frage: Auf welches Konto geht jeden Monat mein Gehalt ein – und warum ist das eigentlich wichtig? Initiativen wie „nachhaltig Investieren“ und der „Fair Finance Guide“ haben es sich zur Aufgabe gemacht, uns dies zu erklären: Wie funktioniert nachhaltiges Wirtschaften – und was können wir dazu beitragen? Für absolute Einkommens-Einsteiger hat auch die PULS-Reportage anschaulich erklärt, wie das mit dem herkömmlichen Bankwesen so läuft. Denn genau wie der Bon beim Einkaufen jeden Tag aufs Neue unser Stimmzettel ist, ist es auch unser Kontoauszug.

 

2. Informieren: Was treibt meine Bank eigentlich?

Die Sparkassen, Deutsche Bank und Co existieren schon unser Leben lang. Das sieht nach Stabilität aus und schafft Vertrauen. Vermutlich sind wir sogar bei der Bank, bei der auch unsere Eltern immer schon Kunden waren. Allerdings nutzen die großen Banken genau diese gesellschaftliche Vormachtstellung gern aus. Die Deutsche Bank hat seit dem Pariser Klimaabkommen ganze 53 Milliarden Dollar in fossile Energien investiert. Wow. Das hat mit nachhaltiger Entwicklung nun wirklich nichts zu tun. Eher das komplette Gegenteil: Banken wie die Deutsche Bank investieren aktiv in die Zerstörung unserer Welt, halbwegs unbemerkt von der Öffentlichkeit. Und als wäre die Zahl nicht schon unaussprechlich groß genug – die Bank of China hat sogar doppelt so viel in nicht-erneuerbare Energien investiert. Aber auch in die Rüstungsindustrie stecken die großen Banken gern unser Geld.

3. Sich über nachhaltige Banken informieren…

Es gibt mittlerweile aber auch mehrere Banken, die es besser machen. Zwar sind sie kleiner und unbekannter und ihr Investitionsvolumen ist nicht so groß. Aber genau deshalb brauchen sie unsere Hilfe. Gewinnerin in Nachhaltigkeits-Checks ist meist die GLS-Bank. Gemeinsam mit der Umweltbank, der Ethikbank und der Triodos Bank gilt sie als die nachhaltigste Alternative. Auch die relativ neue Online-Bank Tomorrow wird oft mitaufgelistet. Vorsicht ist geboten bei Banken wie der DKB, die zwar durch ein großes Finanzvolumen auch ökologisch nachhaltige Projekte fördert, aber dennoch zur Bayerischen Landesbank gehört – und diese ist ihrerseits null nachhaltig.

 

4. Prioritäten setzen: Klima, Rüstung, Landwirtschaft und Co

Die Frage, die sich einem dann stellt, ist natürlich: Welcher Bereich ist mir am wichtigsten? Nachhaltigkeit umfasst viele verschiedene Aspekte von ökologischer bis hin zur sozialen Nachhaltigkeit. Die Ethikbank schneidet bei dem Aspekt Gender Equality besser ab als die Triodos Bank, ist dafür aber beim Thema Bergbau nicht so aktiv. Wer zu einer nachhaltigen Bank wechseln möchte, sollte sich also für sich selbst Kriterien aufschreiben, welche Aspekte des nachhaltigen Wirtschaftens einem besonders wichtig sind. Sind es ressourcenschonende Landwirtschaft, Menschenrechte oder der transparente Verzicht auf Kooperationen mit der Rüstungsindustrie?

5. Zu einer nachhaltigen Bank wechseln

Der angenommene Bürokratieaufwand des Banken-Wechsels schreckt viele Leute ab. Manche denken, sie müssten dann all ihre Lastschriften und laufenden Zahlungen übertragen. Aber: Dem ist nicht so. Tatsächlich müssen sich da die beiden involvierten Banken drum kümmern: Die, die verlassen wird und die neue. Bei der neuen Bank kann man Wechselhilfe beantragen. Sie fordert dann alle Daten der alten Bank an und diese muss dann innerhalb von wenigen Tagen liefern. So einfach ist’s, in ein nachhaltiges Unternehmen zu investieren. Auch Steven war lange für den Wechsel zu bequem, stelle dann aber fast, dass es recht einfach war. Daueraufträge, Lastschriften und Co sind zu seiner neuen Bank, der Triodos Bank, wie von selbst umgezogen.

6. Was noch? – Natürlich: Greenwashing vs. Aktien von nachhaltigen Unternehmen

Nachhaltig wirtschaften umfasst natürlich noch viel mehr, als seine Bank zu wechseln. Obwohl das natürlich ein guter erster Schritt ist. Was ist aber, wenn man sein Geld noch weiter passiv einsetzen möchte? Der Aktienmarkt ist ohnehin ziemlich unübersichtlich und noch schwieriger ist es, sich dort nachhaltige Unternehmen zum Investieren herauszusuchen. Was die Deutsche Bank und Konsorten als nachhaltige Entwicklung bezeichnen, ist einfach nur professionelles Greenwashing, denn sie halten sich weder an Sozial- noch Umweltstandards. Das ist bei vielen großen Börsenvertretern ähnlich. Das heißt im Klartext: Jede Firma behauptet von sich, sie sei nachhaltig und stellt ihre eigenen Kriterien dafür auf, da es keine allgemeingültigen Standards für nachhaltiges Wirtschaften gibt. Die Nachhaltigkeitsberichte von börsennotierten Unternehmen sind also auch mit absoluter Vorsicht zu genießen.

 

7. Zuverlässige Aktienfonds-Informationen finden

Auf die Quelle kommt es also an. Das Forum nachhaltige Geldanalagen vergibt das FNG-Siegel. Damit zeichnet es Fonds aus, die besonders nachhaltig wirtschaften und nicht über irgendwelche Ecken doch in Kohle oder ähnliches investieren. Bei der letzten Bewertung gab es sogar mehr Fonds, die positiv ausgezeichnet wurden, als die letzten Jahre zuvor – die Entwicklung ist also gut. Auch die Verbraucherzentrale ist eine zuverlässige Quelle, die nachhaltige Fonds auflistet. Aktien allgemein sind ein abstraktes Thema: Wer sein Geld also in schlecht greifbare wirtschaftlich orientierte Unternehmen investieren möchte, der sollte sich im Klaren darüber sein, was viel Geld in falschen Händen anrichten kann.

8. Und sonst so? Nachhaltig investieren via Crowdfunding – und investing

Crowdfunding ist wohl die große Schwester des Crowdinvesting – beide bezeichnen Modelle der Schwarmfinanzierung und in beide Modelle kann man nachhaltig Geld reinstecken. Der Unterschied liegt darin, dass man Crowdfunding als Spenden gegen eine kleine Gegenleistung begreifen kann. Auf den gängigen Plattformen wie Startnext gibt es viele grüne und nachhaltige Produkte sein, die Hilfe beim Start benötigen. Das Crowdinvesting ist allerdings eine waschechte Geldanlage: Privatleute investieren ein wenig Geld in ein grünes Start-Up und erhalten im Gegenzug Anteile an der neu entstehenden Firma. Bei diesen Anbietern ist man gut beraten: winwin, Econeers, bettervest, CrowdDesk, ecoligo, GLS Crowdfunding, AUDITcapital.

 

Fazit zu Nachhaltigkeit & Wirtschaft

Das Funkloch-Team findet: Geld, Gewinn, Aktien, Investment: All diese anspruchsvollen Wirtschaftsbegriffe und nachhaltiges wirtschaften schließen sich nicht mehr aus.

Im Gegenteil: Es gibt weit mehr als nur eine Möglichkeit, sein Geld sinnvoll in umweltschützende Projekte zu stecken. Es wird sogar immer mehr zur Notwendigkeit, sich mit solchen Themen auseinanderzusetzen, wenn wir wirklich etwas verändern wollen.

Und es ist für jede und jeden was dabei: für die, die nur im kleinen Rahmen zu einer besseren Bank wechseln möchten und für die Mutigen, die Geld in nachhaltige Startups investieren.

Zu diesem Thema ist auch der Beitrag “Spar Wars – Angriff der Fondskrieger” aus dem Neo Magazin Royale mit Jan Böhmermann aus Novemver 2018 interessant:

Autor

Hey, ich bin Mina! Geboren in Berlin, bin ich schon immer gern unterwegs. Mich reizen Städte, Architektur und das urbane Leben, ich liebe Pflanzen, Natur und Kunst aber genauso. Ich bin durchs südliche Afrika getrampt und um für Frieden in Syrien zu protestieren quer durch Serbien gewandert. Ich durfte Machu Picchu sehen, im Antiatlas Rad fahren und in Tansania Interviews auf Swahili führen. Ich gehe stets der Fragestellung nach: Wie kann ich nicht nur ökologisch sondern auch ethisch nachhaltig reisen?

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