Ich frage nicht nach dem Weg. Lieber verlaufe ich mich.
Ich bitte nicht um Hilfe. Lieber brauche ich einen ganzen Tag für den Aufbau eines einfachen Regals.
Und ich nehme es erst recht nicht an, wenn man mich bittet mein Gepäck zu tragen.

Aber das mit Chocolat war so eine Sache

Choci ist ein 27 Jahre alter Esel. Seit einigen Jahren wandert er im Département Loire. Berge hinauf, Wege entlang und Berge wieder herunter. Nur über Brücken geht er nicht. Und Wasser mag er auch nicht. Das ist natürlich ein Problem, wenn man einen Bach kreuzen muss. Also rede ich auf Choci ein, versuche ihn sanft über den Bach zu schieben, ihn zu motivieren, ihn zu locken. Doch der Eselopi will und will einfach nicht.

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Choci ist nicht gerade ein Raser. Ganz langsam und ruhig trottet er hinter mir her. Nur vier Kilometer läuft er in der Stunde. Addiere ich die vielen Fresspausen, ist es noch weniger. Schon wieder kommen wir an einer Grasbüschellandschaft vorbei. Choci stoppt, senkt seinen Kopf und fängt an zu fressen. Ich lasse das Riemenzeug locker und lasse ihn gewähren. Ja irgendwie ist es ja auch doof. Choci trägt unsere Tagesrucksäcke und hat sich heute Morgen nicht bewusst für eine Wanderung entschieden.

 

Vielleicht hatte er heute etwas anderes geplant

Vielleicht wollte er einfach nur bei seiner Familie sein. Vielleicht … Ja, vielleicht sollten wir einfach umdrehen. Wir gehen zurück. Vorbei am Bach, vorbei an saftigen Gräsern, Brombeersträuchern und Wiesen. Bei jeder Gelegenheit lasse ich ihn fressen, gönne ihm seine Pausen und streichel seine Stirn. Nach beinahe vier Stunden kommen wir zurück. Wir haben nur zwei Drittel der geplanten Distanz geschafft. Aber das ist okay, denn wir sind stattdessen in aller Ruhe gewandert.

Veronique und Christian empfangen uns herzlich. Die beiden sind so etwas wie Chocis Eltern. Mit Choci begann die Idee Esel als Wandergesellen zu vermieten. Sie schafften sich Choci an, weil sie Esel lieben. Und natürlich nahmen sie Choci auch zu ihren Wanderungen in die Rhône-Alpes mit. Freunde der beiden meinten vor 20 Jahren, das man die Eselwanderungen durchaus als Aktivität für Touristen anbieten könnten.

Inzwischen haben die beiden Eseleltern sieben Esel. Der älteste Esel der Gruppe wandert jedoch nicht mehr. Und einer ist es klein geblieben. Den Kleinsten senden sie auch nicht auf Wanderungen. Insgesamt machend ie fünf Esel der beiden 100 bis 150 Touren im Jahr: 20 bis 30 pro Esel. Als ich Veronique und Christian ausfrage, da wird mir erst so richtig bewusst, wie sehr sie ihre Esel lieben, wie sehr sie sich um sie kümmern und sich um sie sorgen. Fünf Touren zwischen 15 und 20 Kilomter in den Sommermonaten sind für jeden Esel vertretbar. Zwischendrin bekommen die Esel ausreichende Pausen und werden herrlich liebkost: Vor allem das Kraulen an den Ohren genießen die grauen Sturköpfe.

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Überwiegend Familien genießen die Wanderungen mit dem weltweit am meisten verbreiteten Haustier. Aber auch Paare und ältere Menschen wandern hin und wieder mit den Eseln der „Halte Bleue“.

 

 

5 Natur-Reisetipps: Was sollte man außerdem im Département Loire machen?

Übernachtungen

Veronique und Christian besitzen direkt neben den Wiesen, auf denen die Esel grasen, ein Gîte. Dort können bis zu 12 Personen übernachten.
Am Fuße des Mont Pilat befindet sich das Chambre d´Hôtes „Chez Julie“. Chantal und ihr Mann haben dort ein altes Steinhaus umgebaut und vermieten es an Gäste. Aber auch einzelnen Zimmer können mitten im Nirgendwo in der absoluten Natur gemietet werden. Außerdem ist Chantal eine grandiose Köchin, in der Zutaten aus der Region nicht zu kurz kommen.

 

Die Domaine du Bruchet ist ursprünglich mal ein reiner Bauernhof gewesen. Noch immer bestitz Bernhard eine Hand voll Limousin-Rinder. Allerdings bietet er mit seiner Frau nun auch Übernachtungen im Chambre d´Hôtes oder Gîte an. Tolle Atmosphäre.

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Aktivitäten

Wochenlang kann man im Pilat Natural Regional Park wandern gehen und die Natur erkunden. Wir hatten leider nur wenige Stunden und sind nicht sehr weit gekommen.

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Genieße den Ausblick von der Kirche in St Romain le Puy.

Das kleien Dorf St. Croix en Jarez gehört zu Frankreichs schönsten Dörfern. Lass dich durch die alten Grundmauern führen und dir erzählen wie hier früher die Mönche gelebt haben.

 

 

Alle Bilder: © Hannes Schwessinger

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Meine Reise in das Département Loire wurde von Loire Tourisme und Atout France unterstützt und ermöglicht. Ziel war es Eindrücke französischer Naturregionen zu gewinnen und pro Region einen Film zu produzieren. Ich danke für diese Möglichkeit und garantiere, dass meine Meinung von der Einladung nicht beeinflusst wurde.

Autor

Ich bin Steven, 27 Jahre alt und der Autor dieses Blogs über Reisen, Natur und Nachhaltigkeit. Schön, dass du hier bist. Projektvorschläge, interessante Themen oder Kritik nutze gerne die Kommentarfunktion oder verbinde dich mit mir auf Facebook oder Twitter.

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