Ich stand im mächtigen Eingangssaal des Berliner Naturkundemuseums. Das gigantische Skelett eines vor Jahren ausgestorbenen Dinosauriers überragte mich. Ich fühlte mich klein und unsicher. Wenn diese großen und scheinbar unverwüstlichen Lebewesen es nicht geschafft hatten zu überleben, wie würde es dann irgendwann anderen Tierarten ergehen? Die Dinosaurier starben vor 65 Millionen Jahren aus. Erste Anzeichen auf das Leben von Bienen gab es bereits vor 80 Millionen Jahren.

Seidenbiene, eine Wildbiene, fotografiert von Hans Juergen  MessnerFoto: Hans Jürgen Sessner


Honig- und Wildbienen sind in Not.

Heute schreiben das Jahr 2015. „Irgendwann“ ist nicht mehr weit. Seit Jahren sterben weltweit Milliarden von Bienen und unsere gesamte Nahrungskette ist dadurch in Gefahr. Es fehlt an Nachwuchsimkern und zugleich setzen Parasiten, Krankheiten, Pestizide und ein mangelndes Nahrungsangebot (aufgrund des massenhaften Anbaus von Monokulturen) den Honigbienen negativ zu.

Auch die Wildbienen sind gefährdet, viele Arten stehen auf der Roten Liste. Blütenreiche Lebensräume mit geeigneten Nistmöglichkeiten sind ständig bedroht.

Berlin summt!, als Teil der landesweiten Initiative Deutschland summt!, hilft mit diversen Projekten und Veranstaltungen den Großstädtern die Wichtigkeit der Bienen vor Augen zu führen.

Anfang Dezember war ich auf einem dieser Events – dem adventlichen Honigabend im Berliner Museum für Naturkunde. Dort wurde gesungen, gelacht, diskutiert und sich bei, wie soll es auch anders sein, Bienenstich und Tee für die wohl nützlichsten Insekten der Welt stark gemacht. Und obwohl der Eingangssaal des Naturkundemuseums nicht brechend voll war, freute ich mich über die jungen Aktivisten aller Altersklassen. Solange es Menschen, wie die beiden Initiatoren Dr. Corinna Hölzer und Cornelis Hemmer gibt, scheinen die Bienen nicht verloren zu sein – und unsere Umwelt somit auch nicht.

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Was sind die Ziele von Berlin summt!?

Das primäre Ziel von Berlin summt! ist es Bewusstsein zu schaffen. Den Menschen muss klar werden wie wichtig Bienen für uns alle sind. In Deutschland gibt es aktuell etwa 600.000 Bienenvölker. Das ist nur ein Drittel der Völker, die unser Land eigentlich benötigt, um die vielen Pflanzen Deutschlands zu bestäuben. Insgesamt sind nämlich 80 % der heimischen Kultur- und Wildpflanzen und somit ein Drittel von unserem Obst und Gemüse von der Bestäubung durch Bienen abhängig.

Das sympathischste an Berlin summt! ist meiner Meinung nach, dass die Bienenretter nicht mit 1990er Mitteln versuchen auf Teufel komm raus Horrorszenarien zu schaffen und den Menschen Angst zu machen, um den Schutz der Bienen zu erpressen. Nein, Berlin summt! begeistert, klärt auf und zeigt wie wundervoll nützlich die kleinen Lebewesen sind.

Denn Corinna und Cornelis wollen von der Biene aufs große Ganze und den Menschen zeigen wie wichtig eine gesunde Biodiversität ist, also eine Erhaltung und nachhaltige Nutzung der biologischen Vielfalt. Nun geht es darum vielfältige Lebensräume für die Bienen zu schaffen und im Sinne der ökologischen Nachhaltigkeit den Bienen wieder aufs Pferd, bzw. wohl eher in den Bienenstock, zu helfen.

Du willst wissen welches Ziel Berlin summt! für Bienen in einer Großstadt hat, wie Dr. Corinna Hölzer zu Ihrem Engagement kam und wie du Berlin summt! unterstützen kannst? Dann schau in dieses kurze Video rein, das ich bei meinem Besuch beim adventlichen Honigabend gemacht habe.

Und denke immer daran, für eine vielfältige Stadtnatur ist nicht nur der Naturschutz verantwortlich, auch du kannst deinen Beitrag leisten!

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Also genug der langen Rede – mit diesen 11 Tipps kannst du nachhaltig etwas für Bienen und Umwelt tun:

 

1. Du kannst einen kleinen Geldbetrag an Berlin summt! spenden, mit dem weitere Projekte finanziert werden.

 

2. Du kannst Wildbienenpatenschaften übernehmen.

 

3. Du kannst neue (Promi-)Standorte für Bienenstöcke in Berlin akquirieren und dich damit an Corinna wenden.

 

4. Du kannst deinen Garten, das Dach deines Hauses oder andere geeignete Orte für Bienenvölker anbieten und hier inserieren.

 

5. Du kannst die in der Bienen-App genannten bienenfreundlichen Pflanzen in deinem Hinterhof, Balkonkasten oder Garten anbauen und so eine gute Futterquelle schaffen.

 

6. Kaufe Honig aus deiner Region! Berliner Honig gibt es zum Beispiel bei berlinerhonig.de oder schau in in diese Bienenhonig-Liste der Berliner Morgenpost rein. Eine nationale Übersicht findet sich bei heimathonig.de.

 

7. Du kannst programmieren, gestalten, gut Texte schreiben oder dir innovative Kooperationen ausdenken und hast Lust Berlin summt! ehrenamtlich zu unterstützen? Dann melde dich per Mail bei Corinna.

 

8. Du bist interessiert und hast Lust als ambitionierter Laie Bienen zu halten und neben deinem guten Gewissen von bis zu 15 Kilogramm Honig im Jahr zu profitieren? Dann wirf mal einen Blick in die Bienenbox.

 

9. Du bist um Bildungssektor tätig oder hast Kontakt zu Kindern? Dann hilft dir der Bienenkoffer einen spiel- und lehrreichen Tag zu verbringen.

 

10. Du hast eine Ausstellungsfläche zur Verfügung und möchtest eine kleine Ausstellung über die Bienen und ihren Nutzen für unsere Umwelt zeigen? Dann einfach mal an Corinna mailen.

 

11. Außerdem solltest du die vielen Möglichkeiten des Engagements für die Bienen, die du in dieser Übersicht gefunden hast teilen. Kopiere den oben genannten Link und sende ihn an Freunde oder nutze die unten aufgeführten Sharing-Funktionen. Gemeinsam können wir etwas bewegen.

 

 

 

Welche Möglichkeiten fallen dir zusätzlich ein? Lasst uns diese Liste erweitern, so dass auch die kleinste Tat ihren Nutzen bringt. Für die Bienen. Für die Umwelt. Für uns alle!

 

Autor

Ich bin Steven, 28 Jahre alt und der Autor dieses Blogs über Reisen, Natur und Nachhaltigkeit. Schön, dass du hier bist. Projektvorschläge, interessante Themen oder Kritik nutze gerne die Kommentarfunktion oder verbinde dich mit mir auf Facebook oder Twitter.

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