Über Technik ohne Grenzen e.V. lernte ich Steffen und Hannes kennen, die mir beim Brunnenbau für Nandere erheblich geholfen haben. Nun, nachdem die große Aufregung vorbei ist, möchte ich euch Hannes gerne vorstellen. Für Steffen war die Sachen mit einem Interview im Funkloch zu viel Trubel. Aber glaubt mir, er war das Brain hinter der Umsetzung. Ohne sein technisches Wissen und seine Detailgenauigkeit, wäre bestimmt einiges in die Hose gegangen. Nun aber zu Hannes.

 

Hannes, du hast gerade deine Bachelorarbeit für dein Jurastudium geschrieben. Inwiefern glaubst du hat dein Studium dir bei diesem Projekt geholfen?

Es hat mir insofern geholfen, als das es Weitblick und strategisches Denken im Allgemeinen schult. Man sichert sich ab und wägt Risiken ab, die man dann einplant. Im Konkreten half es aber bei der Vertragsgestaltung mit Busoga Trust unserem Partnerunternehmen für den Brunnenbau.

Es ist also nicht nur das technische Wissen, dass bei uns in der Organisation gebraucht wird, auch wenn der Name Technik ohne Grenzen e.V. dies primär suggeriert.

Hinter-Gittern

Hannes

 

Wie bist du damals zu Technik ohne Grenzen gekommen und welche Projekte hast du schon unterstützt?

Zu Technik ohne Grenzen bin ich 2011 nach meinem Abitur gekommen.
Gemeinsam mit Klaas, einem guten Freund, traten wir dem Verein bei, um in Ghana ein Projekt durchzuführen. Der Verein gab uns dabei die Chance unser eigenes Projekt zu entwickeln und vor Ort umzusetzen.

Dabei handelte es sich um ein Plastikmüll-Projekt. Ghana hat wie viele afrikanische Länder ein großes Plastikmüll-Problem. Es existiert in rauen Mengen und wird einfach verbannt oder vergraben, weil kein staatliches Müllabfuhrunternehmen existiert. Wir gingen zu den Schulen und sprachen mit den Kindern über dieses Problem, um bei ihnen einen Sinneswandel zu erzeugen. Denn die alten Menschen sind dort nicht belehrbar.
Dann stellten wir Mülleimer auf, die wir spendeten und organisierten eine eigene Müllabfuhr von den Schulen zu dem einzigen Recyclingunternehmen des Landes. Dort wurde das Plastik verkauft und von dem Erlös der Fahrer bezahlt und die Schulen motiviert weiter zu sammeln.

Danach folgte eine Pause in der ich mein Studium begann und nicht aktiv im Verein mitarbeiten konnte. Im Frühjahr 2015 gründeten wir dann in Leipzig mit vielen anderen eine eigene Regionalgruppe Leipzig/Berlin. Das erste große Projekt war dort ein Abwasser- und Zuwassersystem für ein Krankenhaus in Madagaskar.

Ende 2015/Anfang 2016 folgte jetzt der Brunnenbau in Nandere, Uganda.

 

Warum hast du dich dazu entschieden das Brunnenprojekt in Nandere zu unterstützen?

Das lag primär an Steven, der mich einfach scharf auf das Projekt gemacht hat. Aber ich freue mich auch immer riesig das Land dazu kennen zu lernen. In Uganda war ich noch nicht, hatte aber schon viel gehört und gelesen. Von da an wollte ich unbedingt dorthin.

Hannes-BischofMit weißen Hemden v. l. Steven und Steffen, in lila (oder rosa?) der Bischof und mit blauem Hemd: Hannes

 

Du bist schon viel gereist, in welchen Ländern hat es dir am besten gefallen und warum?

Eigentlich gab es bis jetzt kaum ein Land von dem ich enttäuscht wurde. Allerdings war Singapur wohl das Land, welches mir am wenigsten gefallen hat.
Um aber konkreter zu werden. Afrika als Kontinent mit den Ländern, in denen ich schon war (Ghana, Togo, Benin, Burkina Faso, Uganda), hat mir wohl am besten gefallen. Trotz des unglaublichen Chaos und dem Entwicklungsstand. Es ist wohl die unendliche Freiheit, die Menschen und die Natur, die ich so mag. Die Lebensfreude der Menschen und ihre herzliche, freundliche Art – trotz der großen Armut. Das Land stimmt mich nachdenklich (im positiven Sinne). Das zieht mich an. Hier bin ich ziemlich glücklich.

Ansonsten mag ich definitiv die Philippinen. Es gibt so viel zu entdecken dort. Die Menschen sind freundlich. Es ist supergünstig und das Land hat eine traumhafte Natur.
Und Kuba natürlich, das war einfach ein sehr interessanter Trip!

 

Wie gehst du damit um, wenn dir Armut auf Reisen begegnet?

Nicht besonders. Respektvoll würde ich sagen. Ich denke, das wichtigste ist die Würde der Menschen nicht zu verletzen und sie zu achten. Ich versuche was daraus zu lernen. Idealerweise wirken wir mit unseren Projekten ein wenig dagegen.

 

Du fotografierst gerne und ziemlich gut. Wie kamst du zu diesem Hobby und was machst du mit deinen vielen Reiseaufnahmen?

Da hatte mein Vater sehr großen Einfluss auf mich. Er hat früher selbst viel fotografiert, mir alles beigebracht und mich immer dabei unterstützt. Er ist mit mir zu Ausstellungen und Messen gefahren usw.
Ich fing an meine Freunde beim Skaten zu fotografieren. Später wechselte ich dann zu Reisefotografie, Portraits und generell Dingen die mir auffallen, mich interessieren und die ich teilen will.

Die Fotos dienen mir primär dazu die Zwischenräume in denen ich nicht reisen kann zu überbrücken. Nein, generell mache ich das bis jetzt nur für mich. Teilweise teile ich sie auch auf meinem Foto-Tumblr samethingbutdifferent.tumblr.com und ein paar wurden auch veröffentlicht. Ich würde aber gerne in Zukunft mehr daraus machen. Dieser Blogeintrag ist doch ein guter Anfang ;)

Hannes

 

Wie glaubst du, können wir die Welt ein wenig besser machen?

Puh das ist eine große Frage, worüber man sich stundenlag unterhalten kann. Daher antworte ich mal ganz allgemein mit dem ersten was mir einfällt. Durch Bildung und Hilfe zur Selbsthilfe. Außerdem in dem wir ein wenig rücksichtsvoller und altruistischer sind.

 

Und das nächste Projekt für Technik ohne Grenzen?

Ist in unseren Köpfen seit Uganda ;)

 

Autor

Ich bin Steven, 27 Jahre alt und der Autor dieses Blogs über das Abschalten vom Alltag, Reisen und Nachhaltigkeit. Schön, dass du hier bist. Für Lob oder Kritik nutze gerne die Kommentarfunktion oder verbinde dich mit mir auf Facebook oder Twitter.

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